AP 3000 Qualifizierte Effizienz

Ziel des Teilprojektes ist die grundlegende Entwicklung einer Methode zur Bewertung der Effizienzsteigerung unter Berücksichtigung der Prozessqualität der einzelnen Verfahrensschritte in landwirtschaftlichen Verfahrensketten. Erst der Einbezug der Arbeitsqualität von einzelnen Verfahrensschritten ermöglicht die objektive Beurteilung von effizienzsteigernden Maßnahmen. Per Definition charakterisiert die Effizienz ganz allgemein das Verhältnis von ausgangsseitigem Ergebnis zu eingangsseitigem Aufwand. Dabei wird jedoch die Effektivität, also der Wert oder die Qualität des angestrebten Ergebnisses nicht berücksichtigt. Dieses ist allerdings für landwirtschaftliche Prozesse und Verfahren von übergeordneter Bedeutung, weil sie Sinn und Zweck der Maßnahmen begründen. Eine Maßnahme kann effizient oder auch ineffizient durchgeführt werden. Wird sie nicht effektiv durchgeführt und wird die angestrebte Qualität nicht erreicht, so wird das Ziel der Maßnahme nicht erfüllt. Dagegen kann eine ineffizient durchgeführte Maßnahme durchaus ein qualitativ zufriedenstellendes Ergebnis liefern.

Qualifizierte Effizienz

Zum Beispiel kann eine technische Veränderung an einer Maschine zwar den Verbrauch verringern, wenn aber dadurch ein weiterer Arbeitsschritt notwendig oder letztendlich der erzielte Ertrag (die Erntemenge) negativ beeinflusst wird, verfehlt die effizienzsteigernde Maßnahme ihre Begründung. Um diese Zusammenhänge auszudrücken, wird der Begriff der Qualifizierten Effizienz eingeführt.


In Anlehnung an diese Definitionen soll eine allgemeingültige Bewertungsmethode ausgearbeitet werden, die für unterschiedliche landwirtschaftliche Verfahrensketten anwendbar ist. Aufbauend auf einer Recherche werden die Maschinen und Anbaugeräte identifiziert, welche bei landwirtschaftlichen Produktionsketten zum Einsatz kommen. Auf dieser Ebene werden die Qualitätskriterien und deren Einflussfaktoren der einzelnen Verfahrensschritte sowie die beeinflussbaren (Arbeitstiefe, Arbeitsgeschwindigkeit, Scharform, …) und die nicht beeinflussbaren (Witterungsverlauf, Bodentyp, Bodenfeuchte…) Handlungen ermittelt.


Die entwickelte ganzheitliche Methode zur Qualifizierten Effizienz wird an einem ausgewählten Verfahrensschritt (Bodenbearbeitung mittels Grubber/Scheibenegge) angewandt, um so deren allgemeingültige Funktionsweise zu zeigen. Die Qualitätsmerkmale sind beim Verfahrensschritt zu erfassen, auszuwerten und mit Hilfe der Qualifizierten Effizienz zu quantifizieren.

 

Leitung: Sebastian Steinhaus TU Braunschweig