Newsletter Februar 2018

 

Effiziente Kraftstoffnutzung
der Agrartechnik
 

Newsletter Februar 2018


Sehr geehrte EKoTech-Interessierte,

die Landwirtschaft steht zahlreichen Herausforderungen gegenüber. Neben langfristigen Herausforderungen, wie dem Klimawandel oder zunehmenden gesellschaftlichen Anforderungen an die landwirtschaftliche Produktion, wirken sich derzeit vor allem deutlich gesunkene Agrarpreise negativ auf die Rentabilität im Ackerbau aus.

In unserem EKoTech-Projekt haben sich die Wissenschaft sowie zahlreiche Landtechnikunternehmen zusammengeschlossen, um Einsparpotentiale für den Dieselverbrauch in landwirtschaftlichen Verfahrensketten zu identifizieren. Zunächst wollen wir damit aus Sicht der Landtechnik und der Landwirtschaft einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Darüber hinaus sollen unsere Einsparpotentiale aber auch dazu beitragen die Kosten in der Produktion zu verringern und damit die Rentabilität zu verbessern.

Wir simulieren die Einsparpotentiale anhand von typischen Modellbetrieben und Ver-fahrensketten, die wir im Arbeitspaket „Modellbetriebe/typische Betriebe“ an unterschiedlichen Standorten in Deutschland und Europa zusammen mit Beratern und Landwirten im Rahmen von Fokusgruppendiskussionen etablieren.
Weiterhin wollen wir aufzeigen, wie sich die Verfahrensketten in den jeweiligen Regionen seit 1990 verändert haben. Hierfür haben wir bisher insgesamt über 100 persönliche Einzelinterviews mit landwirtschaftlichen Unternehmern an den unterschiedlichen Standorten in Europa geführt. In Abbildung 1 haben wir exemplarisch die Anzahl der Überfahrten für die Bodenbearbeitung und den Pflanzenschutz an den Standorten Ostengland, Südhannover, Südostpolen sowie Süditalien dargestellt. Zunächst wird deutlich, dass sich die Produktionssysteme in Europa deutlich unterscheiden. Während die Betriebe in Süditalien lediglich zweimal Pflanzenschutzmittel ausbringen, sind in Ostengland im Mittel mehr als sechs Überfahrten notwendig. Weiterhin zeigt sich, dass seit 1990 die Landwirte insbesondere in Osteuropa die Bodenbearbeitung extensiviert, im Gegenzug jedoch die Anzahl der Überfahrten für den Pflanzenschutz erhöht haben. Während die interviewten Betriebe in Südostpolen heute mit durchschnittlich etwa zwei Überfahrten in der Bodenbearbeitung auskommen, haben sie 1990 noch durchschnittlich vier Bodenbearbeitungsgänge durchgeführt. Dagegen ist die Anzahl der Überfahrten für den Pflanzenschutz hier seit 1990 von weniger als zwei auf mehr als fünf gestiegen.

Weiterhin haben wir die Entwicklung der Erträge an unterschiedlichen Standorten in Europa auf Basis der Offizialstatistik für unterschiedliche Zeiträume analysiert. Wie in der Abbildung 2 zu erkennen ist, waren die jährlichen Ertragsanstiege in Deutschland zwischen 1990 und 2000 mit 2 % p.a.– getrieben durch die enormen Ertragsfortschritte nach der Wende in Ostdeutschland – am höchsten. Zwischen 2000 und 2008 sind die Erträge im Schnitt kaum gestiegen. Der jährliche Ertragszuwachs lag deutschlandweit deutlich unter einem Prozent. Seit 2008 ist in den meisten Regionen wieder ein jährlicher Ertragszuwachs von ein bis zwei Prozent zu beobachten. Auffällig ist, dass in den niedersächsischen Marschen die Erträge seither im Mittel sogar gesunken sind.

Derzeit führen wir an den verschiedenen Standorten Fokusgruppendiskussionen durch, in denen wir mit Landwirten und Beratern für jeden Standort einen typischen Betrieb sowie die typischen Verfahrensketten für 1990 und heute festlegen. Darauf aufbauend werden unsere Kollegen in den Arbeitspaketen 4000 (Simulationsmodell) und 5000 (Einsparpotentiale) die Entwicklung des künftigen Dieselverbrauchs modellieren.


 
 
Abbildung 1: Anzahl der Bodenbearbeitungsgänge 1990 vs. 2015
 

Abbildung 2: Durchschnittliche jährliche Wachstumsraten der Erträge für ausgewählte Boden-Klimaräume

 

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60528 Frankfurt

Bei Fragen zum Projekt wenden Sie sich bitte an Max Decker.
max.decker@vdma.org
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